Viola Richter-Jürgens
Das Leben - wie ein Stück Seife*


Willkommen auf meiner Website!


Wie rege die Ausstellungstätigkeit im letzten Jahr war, so verhalten zeigt sie sich in 2020. Das bringt Zeit zum Rasten und Sammeln.

Eine sehenswerte Ausstellung gab es aber doch noch in der Alten Posthalterei in Melle. Bis zum 2.8.20 haben knapp über 100 Besucher*innen die Arbeiten der WIR-Gruppe des Künstlerinnenforum Bielefeld-OWL e. V. zum Thema Klima.Wandel gesehen. Das hat uns richtig gefreut. 

https://www.melle.info/portal/meldungen/-klima-wandel-als-vielschichtiges-thema-919006977-20301.html?rubrik=919000001

Weiter geplant:

„Göttinnen“/RWN-Art/Neubrandenburg/2020 >> verschoben nach 2021
"Klima.Wandel“/Stadthalle/Gütersloh/2020 >> verschoben nach 2022


Es bleibt ein Gang durch meine virtuelle Ausstellung mit einigen Worten zu meiner Person

 Bild/Illustration

Wie es begann

In der Küche brennt schwach die Gaslampe, so schwach, als brennte sie gar nicht. Das schon macht einen Teil ihres Zaubers aus. Und wie ich so rumsitze in dieser Küche und sie genieße, fragt Frau Rusch mich Vierjährige, ob ich malen möchte. Ja, ich möchte. Sie öffnet die Schublade unter der Tischplatte und zieht weißes Einwickelpapier hervor von Waren, die sie gekauft, hier ausgepackt, das Papier wieder glattgestrichen, zweimal zusammengelegt und in der Schublade übereinander gelegt hat. Ich kann mich nicht satt hören am dunklen Knistern von diesem Papier. Es gibt einen Stift, aber der genügt mir. 

Ich erinnere mich nicht an das, was ich gemalt habe, ich erinnere mich wohl an das Gefühl. Flow ist der rote Faden, der sich durch meine Kunstgeschichte zieht. Alles vergessen im Zeichnen, denn das allein ist meins. 

Objekt/Installation

Mehr als ein Blatt Papier 

Manche Objekte werden geschaffen, um sie am Ende zu zerstören. Das kann sehr schmerzhaft sein, aber auch befreiend.

Mein erstes Objekt war ein riesengroßer Karton, eingerichtet als Zimmer, anlässlich der ersten "Originale" in der Universität Bielefeld. 

Immer noch wertvoll ist mir mein "Parcours der Vergänglichkeit", den ich an die 10 x entweder mit allen oder mit einzelnen Stelen, auch als Ergänzung zu Tagungen und Fachgesprächen gezeigt habe. Das Großartigste war die Ausstellung in der Altstädter Nicolaikirche mit einem Themengottes- dienst zur Vergänglichkeit.  

Es berührt mich, wenn die Menschen zwischen den Stelen wandeln, lesen, still sind, sich erinnern und Kinder dazwischen herumspringen.

Text/Textbild

Schreiben!

Geschrieben habe ich zuerst in ein rotes Tagebuch mit goldenem Schloss und Schlüssel - ein Geschenk meiner Großmutter. Seitdem habe ich Kladde um Kladde gefüllt. Als genug Tagebuch war, habe ich freie Texte geschrieben. Deren Eigenart ist: man riskiert, dass auch andere Leut' sie lesen, folglich erhöht sich der persönliche Anspruch. 

Schreiben ist wie Zeichnen. Etwas rumort im Kopf. Mal schreibe ich einen Text zu einem Bild, mal zeichne ich ein Bild zu einem Text, mal schreibe ich nur einen Text, mal gesellt sich viel später Text zu einem Bild und umgekehrt. 

Notiz vom 11.8.19: In der Waschküche mit Frau K. Sage ihr, dass ich manchmal am Sinn meiner Arbeit zweifle. Sie erzählt, wie ihr mein Bild "Als ich schreiben lernte" über Monate nicht aus dem Kopf gegangen ist, bis sie es endlich gekauft hat. "Da haben Sie Ihren Sinn!"

 

Resümee

Meine Themen: Frauen, Biografie-Arbeit, Erinnern, Vergessen. Mitten im Leben stehen und der Vergänglichkeit begegnen. Das Leben meistern trotz oder wegen aller Widerstände – nach bestem Vermögen. Wissen wollen, was hinter der Tür ist. Im Märchen steht das unter Strafe. Ich möchte wissen, was hinter der Tür ist, entdecke die hellen Seiten, aber auch Alter, Endlichkeit. Ich möchte mit meinen Bildern den Menschen die Gelegenheit geben zu entdecken, was hinter i h r e r Tür ist.
Nicht so viel erklären, sondern selbst herausfinden lassen, denn meine Tür ist nicht deine.


War ich nicht gestern erst fünf – ich sehe doch die kleine Blechpumpe vor mir, mit der ich das Wasser unermüdlich aus dem kleinen Bottich in den kleinen Eimer pumpe. War ich nicht gestern erst sieben und kratzte den Schorf von meinen schwarzen Knien? Gäbe es keine Spiegel, ich würde mich gerne täuschen lassen, wäre ewig jung in meinem kurzen roten Kleid mit den weißen Tupfen, den weißen Kniestrümpfen, die immer rutschten und den Sandbergen, die drinnen ganz kühl waren, wenn ich tief genug grub.


 

Auf den folgenden Seiten sehen Sie eine Auswahl meiner Arbeiten.

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